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Personenstandsregister ab 1874

Standesamtliche Personenstandsregister werden in der Provinz Westfalen wie in ganz Preußen seit dem 1.10.1874 geführt (im Fürstentum Lippe seit dem 1.1.1876). Es gibt Geburten-, Ehe- und Sterberegister, seit 2001 auch Lebenspartnerschaftsregister. Die Register werden jahrgangsweise geführt, neben den eigentlichen Registern auch so genannte Sicherungsregister (Zweitschriften). Im Laufe der Zeit änderten sich immer wieder die Vorschriften, welche Informationen in den einzelnen Einträgen enthalten sein mussten. Nachträge zu den einzelnen Eintragungen werden als "Beischreibungen" bezeichnet, auch sie können wichtige Informationen enthalten.

Die Standesamtsbezirke konnten eine oder mehrere Gemeinden umfassen, im Laufe der Zeit gab es auch immer wieder Änderungen der Zuständigkeiten. Seit der kommunalen Gebietsreform 1969/75 entsprechen sie den heutigen Gemeinden und Städten.

Seit 2009 gilt in Nordrhein-Westfalen folgende gesetzliche Regelung: Die Personenstandsregister werden nach Ablauf bestimmter Verwahrungsfristen vom Standesamt geschlossen und dann vom jeweiligen Stadt- oder Gemeindearchiv übernommen. Sie werden damit zu Archivalien und für die Benutzung frei zugänglich und zwar:

  • Geburtenregister nach 110 Jahren
  • Eheregister nach 80 Jahren
  • Sterberegister nach 30 Jahren

Sind in einem Band mehrere Jahrgänge enthalten, was bei kleineren Standesamtsbezirken gelegentlich vorkommt, ist in diesem Zusammenhang der jeweils jüngste enthaltene Jahrgang entscheidend.

Die gleichen Fristen gelten auch für die jeweiligen Sammel- bzw. Beiakten, die von den meisten Stadt- und Gemeindearchiven ebenfalls komplett übernommen werden, von einigen dagegen nur teilweise, nach unterschiedlichen Kriterien. In diesen Akten finden sich Dokumente, die im Zusammenhang mit einer Entragung in die Register beigebracht wurden. Ihr Aussagewert kann weit über den eigentlichen Registereintrag hinausgehen.

Die Sicherungsregister bzw. Zweitschriften der Personenstandregister werden vom Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe übernommen, das Teil des Landesarchivs NRW Abt. Ostwestfalen-Lippe in Detmold ist (also auch die Register aus den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster, für deren Behörden sonst die Abt. Westfalen in Münster zuständig ist). Die Beischreibungen sind in den Sicherungsregistern nicht so vollständig wie in den Erstregistern.

Das Landesarchiv hat mit der Digitalisierung und Online-Stellung der Sicherungsregister begonnen (siehe Weblinks). Bis alle Register online verfügbar sind, wird es aber noch einige Jahre dauern.

Innerhalb der Verwahrfristen der Personenstandsregister gilt weiterhin, dass die Standesämter nur Auskünfte über die unmittelbaren Vorfahren (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern) des Anfragenden erteilen bzw. Auszüge aus den Personenstandsregistern anfertigen.


Download

Volker Wilmsen: Das neue Personenstandsgesetz und die Familienforschung

 

Weblinks

Online-Findbücher zu den Personenstandsregistern im NRW Landesarchiv in Detmold (Bestände P 3, P 6 und P 9)
Am Fotoapparat-Symbol erkennbar sind die bereits online gestellten digitalisierten Teilbestände!

Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe im NRW Landesarchiv in Detmold

Wikipedia-Artikel Personenstandsregister

Wikipedia-Artikel Personenstandsgesetz

Gemeindelexikon Westfalen 1887

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