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Suchleitfaden für biographische Ermittlungen in Berlin

(Stand: Februar 2008)

Einleitung
Datenschutz
Evangelische Kirchenbücher
Katholische Kirchenbücher
Militärkirchenbücher
Personenstandsregister (Standesämter)
Juden- und Dissidentenregister
Adressbücher
Einwohnermeldekartei

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Einleitung

Der Verein HEROLD selbst besitzt weder Kirchenbücher noch Personenstandsregister aus denen Auskünfte gegeben werden könnten. Im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit eines kleinen Kreises unserer Vereinsmitglieder können lediglich Forschungsmöglichkeiten aufgezeigt oder gezielte Fragen zu unserer Bibliothek beantwortet werden. Langwierige Literaturrecherchen sind aus Zeitgründen nicht zu leisten. Unsere genealogischen Sammlungen sind nur zum Teil erschlossen und benutzbar.

Die Suche nach biographischen Daten von Personen und Vorfahren in Berlin kann sich schon allein aufgrund der Größe der Stadt und der vielfältigen Forschungsmöglichkeiten kompliziert und langwierig gestalten.

Eine zentrale Einwohnerkartei Berlin mit allen Lebensdaten gibt es nicht! Einschlägige biographische Nachschlagewerke nennen zumeist nur herausragende Persönlichkeiten. Eine Suche anhand der Primärquellen in Ämtern und Archiven ist daher meistens unumgänglich.

Die restriktiv angewandten Datenschutzbestimmungen erschweren die Recherchen für die „jüngere“ Vergangenheit. So sind grundsätzliche alle seit 1874 geführten Personenstandsregister der Standesämter, sowie die meisten Kirchenbücher zur persönlichen Einsichtnahme gesperrt.

Bei der Suche sollte man systematisch vorgehen. Zunächst sind alle bereits bekannten und relevanten Daten oder Informationen zur gesuchten Person zu sammeln und bei Anfragen mitzuteilen.

Sofern das Datum und der jeweilige Ereignisort (Bezirk/Straße) eines Personenstandsfalles bekannt sind, können gezielte Anfragen an die zuständigen Standesämter gerichtet werden. Ähnlich verhält es sich mit den Kirchengemeinden, wobei zu berücksichtigen ist, dass dem Evangelische Zentralarchiv Mikrofiche-Reproduktionen der erhaltenen evangelischen Kirchenbücher Berlins zur Verfügung stehen.

Sind nur ungefähre Jahresangaben bekannt und kein Ereignisort, so sind die alten Berliner Adressbücher nach der gesuchten Person durchzusehen. Außerdem steht im Landesarchiv die nur teilweise erhaltene Einwohnermeldekartei zur Verfügung. Schließlich besteht die Möglichkeit einer gebührenpflichtigen Rundumfrage bei allen Berliner Standesämtern (vgl. Personenstandsregister). Informationen zu den einzelnen Forschungsmöglichkeiten sind im Folgenden aufgeführt.

 

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Datenschutz

Aufgrund der in Deutschland restriktiv angewandten Datenschutzbestimmungen werden Auskünfte und Urkundenauszüge aus den Personenstandsregistern nur an Personen gegeben, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können. Ein berechtigtes Interesse ist z.B. bei direkten Nachkommen, in einem Erbschaftsfall oder manchmal auch aufgrund von wissenschaftlichen Recherchen gegeben (Familienforschung zählt nicht dazu). Hierzu ist ein Nachweis zu erbringen (Abstammungsnachweis, Erbschein, o.ä.). Die Entscheidung liegt bei den jeweiligen Ämtern. Auch Kirchenbüchern unterliegen dem Datenschutz. Hier sind die Schutzgrenzen jedoch großzügiger gesteckt.

 

Evangelische Kirchenbücher von Berlin

Der Verein Herold besitzt keinen Zugriff auf Kirchenbücher! Fällt die Suche in die Zeit vor 1874 ist eine Anfrage an das Evangelische Landeskirchliche Archiv in Berlin (ELAB), Bethaniendamm 29, 10997 Berlin-Kreuzberg, zu richten (E-mail: elab@ekbo.de). Hier befindet sich die „Kirchenbuchstelle Berlin-Brandenburg“ mit einer alphabetischen Alt-Berliner Taufkartei für die Jahre 1750 bis 1874 (vgl. hierzu die Beständeübersicht von Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil 2, Alt-Berlin, Berlin 1987).

Das Landeskirchliche Archiv besitzt außerdem Mikrofiche-Reproduktionen der erhaltenen „jüngeren“ Kirchenbücher ab 1874 aller evangelischen Gemeinden Berlins und des größten Teils von Brandenburg (alphabetische Namensregister existieren hier aber nur teilweise und oft nur für einzelne Bücher!!!). Eine Suche ist nur erfolgversprechend und sinnvoll, wenn der Ereignisort (Stadtbezirk und/oder Straße) oder bereits die entsprechende Gemeinde bekannt sind. Zur Zeit unterliegen die Ev. Kirchenbücher Berlins folgenden Datenschutzfristen: Taufen ab 1.1.1918, Trauungen ab 1.1.1938, Konfirmationen ab 1.1.1933. Beerdigungen unterliegen einer Schutzfrist von 30 Jahren. Eine Bearbeitung durch das Archiv ist gebührenpflichtig!

 

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Katholische Kirchenbücher von Berlin

Die katholischen Kirchenbücher liegen bei den jeweiligen Gemeinden. 1743 bis 1861 gab es in Berlin nur die St. Hedwigs-Gemeinde, An der katholischen Kirche 2, 10178 Berlin-Mitte. Die Bücher unterliegen auch hier Schutzfristen, die erfragt werden müssen.

 

Militärkirchenbücher von Berlin

Garnisons- und Regimentskirchenbücher für Berlin liegen zum größten Teil im Geheimen Staatsarchiv, Archivstr. 12-14, 14195 Berlin-Dahlem und sind dort als Mikrofiches einzusehen (vgl. hierzu Wolfgang Eger: Verzeichnis der Militärkirchenbücher in der Bundesrepublik Deutschland, Neustadt/Aisch 1993).

 

Personenstandsregister von Berlin (Standesämter)

Der Verein Herold besitzt keinen Zugriff auf Personenstandsregister! In Berlin werden seit Oktober 1874 Personenstands-register geführt. Diese werden bei den Standesämtern der Bezirke verwahrt (Internet: http://www.berlin.de/standesamt1/standesaemter/index.html). Ist der Ereignisort eines Personenstandsfalles bekannt, ist die Anfrage direkt an das zuständige Standesamt zu richten. Vorrausetzung für eine Auskunft ist der Nachweis eines „berechtigten Interesses“ (vgl. Datenschutz). Die Ausstellung von Urkunden durch die Standesämter ist gebührenpflichtig! Ist der Ereignisort eines Personenstandsfalles innerhalb Berlins unbekannt, dann kann über die Senatsverwaltung für Inneres, IC 506/607, Fehrbelliner Platz 1, 10702 Berlin-Wilmersdorf, eine Rundumfrage bei den Berliner Standesämtern beantragt werden. Hierzu ist Vor- und Familienname der betreffenden Person und das genaue Datum des zu suchenden Personenstandsfalles anzugeben. Ist das genaue Datum nicht bekannt, so ist ein Zeitraum von höchsten 4 Jahren anzugeben, auf die sich die Ermittlungen erstrecken sollen.

Das Standesamt I, Rückerstr. 9, 10119 Berlin-Mitte, verwahrt die nur teilweise erhalten gebliebenen Personenstandsregister aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. (vgl. das Bestandsverzeichnis: Standesregister und Personenstandsbücher der Ostgebiete im Standesamt I in Berlin, Frankfurt/M. u. Berlin 1992) Vorrausetzung für eine Auskunft ist der Nachweis eines „berechtigten Interesses“ (vgl. Datenschutz). Eine Umfrage ist in jedem Falle gebührenpflichtig!

 

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Juden- und Dissidentenregister für Berlin

Für die Forschung nach Berliner Juden stehen verschiedene Veröffentlichungen zur Verfügung z.B.: Jacob Jacobson: Jüdische Trauungen in Berlin 1759-1813, Berlin 1968; Jacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809-1851, Berlin 1962; Freie Universität Berlin (Hg.): Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, Berlin 1995.

Das Geheime Staatsarchiv, Archivstr. 11-12, 14195 Berlin-Dahlem, verwahrt die sogenannten „Judenregister“ (1812 bis 1874) und „Dissidentenregister“ (1847 bis 1874) mit Angaben zu Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen (Signatur: VIII. HA. Pr.Br. Rep. 46 B). Das Evangelische Landeskirchliche Archiv in Berlin (ELAB), Bethaniendamm 29, 10997 Berlin-Kreuzberg, besitzt eine Kartei der „Judentaufen“ in Alt-Berlin (ab 1800, Geburten bis 1874). Für die Zeit nach 1874 sind die Standesämter zuständig.

 

Berliner Adressbücher

Die Berliner Adressbücher der Jahre 1799 bis 1943 sind auf den Seiten der Zentral- und Landesbibliothek Berlin als Images (Abbilder) unter der Adresse http://adressbuch.zlb.de online verfügbar. Sie bieten - in den einzelnen Jahren in unterschiedlichem Umfang - Informationen über Einwohner nach Namen und Straßen, über Branchen und Behörden und weitere Angaben wie z. B.: Verbände und Vereine, Sehenswürdigkeiten, Verkehrsverbindungen, Fahrpreise, Theater, Konzert- u.a. Säle und ihre Bestuhlungspläne mit Preisen, Geschäftsanzeigen und Grundstücksangebote. Eine Schlagwortsuche sowie systematische Suchwege sind möglich, nicht aber eine Volltextrecherche. Mikrofiche-Repros der alten Berliner Adressbücher sind u.a. auch in der Staatsbibliothek, Haus 1, Unter den Linden 8, 10178 Berlin-Mitte und im Zentrum für Berlin-Studien, Breite Str. 35/36, 10178 Berlin-Mitte, einzusehen.

 

Berliner Einwohnermeldekartei

Die alte Berliner Einwohnermeldekartei umfasst die Jahre 1875 bis 1960. Sie weist aufgrund von Kriegsverlusten jedoch erhebliche Lücken auf. Zur Ermittlung von Lebensdaten oder Ereignisorten ist unter Angabe der Vor- und Familiennamen der gesuchten Person(en) eine Anfrage ist an das Landesarchiv Berlin, Eichborndamm 115-126, 13403 Berlin-Reinickendorf, zu richten. Vorrausetzung für eine Auskunft ist der Nachweis eines „berechtigten Interesses“ (vgl. Datenschutz). Eine Auskunft ist gebührenpflichtig!

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HEROLD, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin,

  Archivstr. 12-14, 14195 Berlin, Tel.: (030) 26644-7900, Fax.: (030) 26644-7901 letzte Änderung: 10.09.2011