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Berufsholländer in Norddeutschland

Manche Familienforscher stoßen im Verlauf ihrer Suche auf Vorfahren, die als Holländer, Pensionär, Häuerling, Pächter oder Meiereihaushalter beschrieben werden.

Fast regelmäßig stehen sie alsbald vor der Frage, woher die Personen stammen und wohin sie gegangen sind. Denn im Gegensatz zu den bodenständigen, vielleicht sogar schollengebundenen Hufnern, Käthnern und Insten sind sie an dem gefundenen Ort nur eine begrenzte Zeit nachweisbar.

Der Grund hierfür ist in den wirtschaftlichen Grundlagen des Holländerberufes zu suchen. Holländer waren als Pächter der Milchviehherden auf den Gutshöfen Schleswig-Holsteins, Mecklenburgs und einiger angrenzender Gebiete nur durch einen befristeten Vertrag an ihrer Wohn- und Arbeitsstätte gebunden.

Holländer waren anfangs niederländischer Herkunft, was in ihrer Sprache, ihren Sitten und ihrem protestantisch-reformierten Bekenntnis zum Ausdruck kam. Im Laufe der Zeit ging ihre Herkunfts- in ihre Berufsbezeichnung über. Ihr Spezialwissen, das sie zunächst in ihren Familien zu halten versuchten, ging mehr und mehr auch auf Niederdeutsche über, die den Beruf erlernten oder Holländertöchter heirateten.

Sie  waren selbständige Unternehmer, die jeweils für ein Jahr eine Viehpacht übernahmen. Pensionäre und Pächter von Guts- und Meiereihöfen gingen  regelmäßig Verträge mit acht- bis zehnjähriger Bindung ein. Die Grenzen zwischen beiden sind jedoch nicht immer klar und eindeutig zu ziehen, zumal auch Unterverpachtungen und interimistische Betriebsführungen vorkamen.

(Joachim Memmert, † 2012)

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Herr Memmert hatte 1981 begonnen, die Kirchenbücher Schleswig-Holsteins systematisch auf Holländervorkommen hin durchzusehen.
Die Forschungsergebnisse hat er in seinen Broschüren kirchenkreisweise veröffentlicht. Die Abschriften aus seinem Nachlass haben wir übernommen, sie füllen 3 Umzugskartons.
Damit diese enorme Arbeit nicht unbeachtet im Archiv lagert, wollen wir ein Register erstellen, das alle Vorkommen in Schleswig-Holstein erfasst. Die Eintragungen reichen von sehr knapp bis zur Familiengeschichte, je nach Kirchenbuchführer.
Wer seine Vorfahren darunter entdeckt kann sich dann an das entsprechende Kirchenarchiv wenden oder aber die Abschriften im Lesesaal des Landesarchivs einsehen. Gegen Kostenerstattung senden wir auch gerne Kopien zu.
Die Register sind getrennt nach:

Taufen:             A-L   M-Z     hier sind über 2600 Taufeinträge zu finden, 9 Ordner warten noch auf Bearbeitung

Trauungen:       A-L   M-Z    abgeschlossen, insgesamt sind über 6000 Traueinträge erfasst   

Beerdigungen:  A-J   K-Z    erfasst sind ca. 2000 Beerdigungen, 3 Ordner sind noch abzuschreiben

Eine weitere Aufteilung nach Buchstaben ist mit zunehmendem Umfang wohl nötig.
Es gibt also noch viel zu tun, wer helfen möchte melde sich bitte unter  shfam(a)genealogy.net 


Letzte Änderung/Last updateApril 2017
Kommentare zu dieser Webseite bitte an die Schleswig-Holsteinische Familienforschung e.V.